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Wer in Österreich in einem durch Cannabis beziehungsweise Suchtmittel beeinträchtigten Zustand ein Kraftfahrzeug gelenkt hat, muss in der von § 14 Abs. 3 FSG-GV erfassten Konstellation seine Fahreignung durch eine verkehrspsychologische und eine fachärztliche Stellungnahme nachweisen. Die verkehrspsychologische Untersuchung, kurz VPU, prüft dabei nicht einfach den THC-Wert. Im Mittelpunkt stehen kraftfahrspezifische Leistungsfähigkeiten und die Frage, ob die notwendige Bereitschaft zur sicheren Verkehrsteilnahme gegeben ist.
Stand: Oktober 2026.
Kurz eingeordnet
Eine VPU wegen Cannabis besteht aus mehr als einem Computertest. Geprüft werden unter anderem Reaktion, Konzentration, Überblick, weitere Leistungsmerkmale und die Bereitschaft zur Verkehrsanpassung. Dazu gehört auch ein ausführliches Explorationsgespräch.
Wann wird eine VPU wegen Cannabis relevant?
Die österreichische Führerscheingesetz-Gesundheitsverordnung enthält für Suchtmittel eine klare Regelung. Personen, die ohne abhängig zu sein in einem durch Sucht- oder Arzneimittel beeinträchtigten Zustand ein Kraftfahrzeug gelenkt haben, darf eine Lenkberechtigung grundsätzlich nur dann erteilt oder belassen werden, wenn sie ihre Eignung durch eine verkehrspsychologische und eine fachärztliche Stellungnahme nachgewiesen haben.
Damit ist die verkehrspsychologische Stellungnahme in dieser Konstellation kein freiwilliger Zusatzkurs, sondern ein gesetzlich vorgesehener Bestandteil des Nachweises der gesundheitlichen Fahreignung.
Wie es überhaupt zu einem solchen Führerscheinverfahren kommen kann, erklären wir unter Führerscheinentzug wegen Cannabis in Österreich.
Was ist eine VPU eigentlich?
VPU steht für verkehrspsychologische Untersuchung. Sie wird von einer dafür ermächtigten verkehrspsychologischen Untersuchungsstelle durchgeführt.
Das Ergebnis ist eine verkehrspsychologische Stellungnahme. Die Untersuchungsstelle führt die Untersuchung durch und erstellt diese Stellungnahme. Die weitere führerscheinrechtliche Entscheidung erfolgt im zuständigen behördlichen Verfahren.
| Bestandteil | Aufgabe |
|---|---|
| VPU / verkehrspsychologische Untersuchung | Prüfung kraftfahrspezifischer Leistungsmerkmale und der Bereitschaft zur Verkehrsanpassung |
| Fachärztliche Stellungnahme | Medizinische Beurteilung der für die Fahreignung relevanten gesundheitlichen Fragestellungen |
| Amtsärztliche Beurteilung | Medizinische Beurteilung im behördlichen Führerscheinverfahren |
| Abstinenz- oder Laborbefunde | Nachweise, soweit sie im konkreten Verfahren verlangt werden |
Welche dieser Bestandteile erforderlich sind und welche Unterlagen verlangt werden, ergibt sich aus dem konkreten Verfahren und den behördlichen Vorgaben.
Was wird bei einer VPU geprüft?
§ 18 der Führerscheingesetz-Gesundheitsverordnung legt fest, welche Bereiche bei der verkehrspsychologischen Untersuchung insbesondere zu überprüfen sind.
Kraftfahrspezifische Leistungsfähigkeit
- Beobachtungsfähigkeit und Überblicksgewinnung,
- Reaktionsverhalten, einschließlich Geschwindigkeit und Sicherheit von Entscheidung und Reaktion sowie Belastbarkeit,
- Konzentrationsvermögen,
- Sensomotorik,
- Intelligenz und Erinnerungsvermögen.
Diese Bereiche werden mit dafür vorgesehenen verkehrspsychologischen Testverfahren untersucht.
Bereitschaft zur Verkehrsanpassung
Neben den Leistungswerten wird geprüft, ob die notwendige Bereitschaft besteht, das eigene Verhalten an die Anforderungen des Straßenverkehrs anzupassen.
Die Verordnung nennt dabei insbesondere:
- soziales Verantwortungsbewusstsein,
- Selbstkontrolle,
- psychische Stabilität,
- Risikobereitschaft,
- mögliche aggressive Interaktion im Straßenverkehr,
- den persönlichen Bezug zum Autofahren.
Für diesen Bereich sieht die Verordnung neben einem verkehrsbezogenen Persönlichkeitstest ausdrücklich ein ausführliches Explorationsgespräch vor.
Wichtig
Eine VPU wegen Cannabis ist weder ein reiner Reaktionstest noch ein weiteres Drogenscreening. Leistungsfähigkeit und verkehrsbezogene Verhaltensaspekte werden getrennt untersucht und fließen in die verkehrspsychologische Stellungnahme ein.
Was ist das Explorationsgespräch?
Das Explorationsgespräch ist ein ausführliches Gespräch im Rahmen der verkehrspsychologischen Untersuchung.
Bei einem suchtmittelbezogenen Anlass können dabei insbesondere der konkrete Anlassfall, das bisherige Konsumverhalten, die persönliche Auseinandersetzung mit dem Ereignis und die zukünftige Vermeidung vergleichbarer Risikosituationen relevant sein.
Es geht dabei nicht darum, vorgefertigte „richtige Antworten“ auswendig zu lernen. Sinnvoll ist vielmehr, den eigenen Fall nachvollziehbar und widerspruchsfrei darstellen zu können und sich ernsthaft mit den Umständen auseinanderzusetzen, die zum Verfahren geführt haben.
Welche Rolle spielen Abstinenznachweise?
Abstinenznachweise sind nicht mit der VPU selbst gleichzusetzen.
Ob, in welcher Form und für welchen Zeitraum Labor- oder Abstinenznachweise verlangt werden, muss im konkreten Verfahren geklärt werden. Maßgeblich sind insbesondere die behördlichen beziehungsweise medizinischen Vorgaben im jeweiligen Fall.
Wer entsprechende Nachweise erbringen muss, sollte deshalb nicht auf allgemeine Internetangaben vertrauen, sondern genau klären, welche Untersuchungsmethode, welches Labor und welcher Zeitraum tatsächlich verlangt beziehungsweise anerkannt werden.
Nicht pauschalisieren
Es gibt keine allgemeine Cannoptikum-Angabe wie „für Cannabis sind immer X Monate Abstinenz erforderlich“. Solche Anforderungen hängen vom Einzelfall und der behördlichen beziehungsweise medizinischen Vorgabe ab.
Abstinenznachweis bei Cannabis und Führerschein in Österreich
Wie läuft eine VPU typischerweise ab?
Der genaue organisatorische Ablauf hängt von der Untersuchungsstelle und dem Verfahren ab. Inhaltlich lassen sich jedoch zwei große Bereiche unterscheiden:
- Verkehrspsychologische Leistungstests: standardisierte Testverfahren zur Prüfung der kraftfahrspezifischen Leistungsfähigkeit.
- Persönlichkeit und Explorationsgespräch: Beurteilung der Bereitschaft zur Verkehrsanpassung und ausführliche Besprechung des relevanten Anlassfalls.
Die Untersuchungsstelle erstellt daraus die verkehrspsychologische Stellungnahme und übermittelt sie im gesetzlich vorgesehenen Verfahren. Die weitere Entscheidung über die Lenkberechtigung trifft die zuständige Behörde im Rahmen des Gesamtverfahrens.
Kann man sich auf eine VPU vorbereiten?
Eine seriöse Vorbereitung muss zwischen zwei Dingen unterscheiden:
Vorbereitung ist möglich. Man kann sich mit dem Ablauf, den Arten von Leistungstests, der Bedienlogik von Testverfahren und den Themen eines Explorationsgesprächs vertraut machen. Ebenso kann der eigene Anlassfall vorab strukturiert und kritisch aufgearbeitet werden.
Ein bestimmtes Ergebnis kann nicht vorbereitet oder garantiert werden. Die offizielle verkehrspsychologische Untersuchung und Stellungnahme erfolgen durch eine ermächtigte verkehrspsychologische Untersuchungsstelle. Die weitere führerscheinrechtliche Entscheidung erfolgt im zuständigen behördlichen Verfahren.
Eine Vorbereitung sollte deshalb nicht darauf abzielen, eine Rolle zu spielen oder Antworten auswendig zu lernen. Sinnvoll ist vielmehr, Unsicherheiten über den Ablauf zu reduzieren, Testformate kennenzulernen und den eigenen Fall nachvollziehbar aufzuarbeiten.
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VPU-Vorbereitung Österreich bietet für Drogen-Anlassfälle unter anderem:
- Training gängiger Computertest-Formate im Browser,
- Vorbereitung auf Reaktion, Konzentration, Überblick und Belastbarkeit,
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- Aufarbeitung des persönlichen Anlassfalls,
- ein kostenloses Erstgespräch zur Klärung des individuellen Vorbereitungsbedarfs.
Das Angebot läuft vollständig online und ist von der offiziellen verkehrspsychologischen Untersuchung getrennt.
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Partnerhinweis: Dieser Link ist ein Partnerlink. Wenn über ihn eine kostenpflichtige Vorbereitung gebucht wird, erhält Cannoptikum eine Vermittlungsprovision. Für den Nutzer entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten. VPU-Vorbereitung Österreich ist keine ermächtigte verkehrspsychologische Untersuchungsstelle und führt die offizielle VPU nicht selbst durch. Ein bestimmtes Untersuchungsergebnis kann nicht garantiert werden.
Was Vorbereitung leisten kann und was nicht
| Vorbereitung kann | Vorbereitung kann nicht |
|---|---|
| den Ablauf verständlich machen | eine positive verkehrspsychologische Stellungnahme garantieren |
| Testformate und Bedienlogik vertrauter machen | die offizielle Untersuchung ersetzen |
| Unsicherheit vor Leistungstests reduzieren | behördliche Vorgaben ändern |
| das Explorationsgespräch realistisch üben | fehlende geforderte Befunde ersetzen |
| bei der strukturierten Aufarbeitung des Anlassfalls helfen | eine fachärztliche oder amtsärztliche Beurteilung ersetzen |
Worauf sollte man bei einer Vorbereitung achten?
- Sie sollte keine positive VPU beziehungsweise Stellungnahme versprechen.
- Sie sollte nicht behaupten, die Untersuchungsstelle oder Behörde beeinflussen zu können.
- Sie sollte zwischen Training und offizieller Begutachtung klar unterscheiden.
- Sie sollte nicht zu erfundenen oder einstudierten Aussagen im Explorationsgespräch raten.
- Sie sollte den konkreten Bescheid und behördliche Vorgaben nicht durch allgemeine Aussagen ersetzen.
Was kostet die offizielle VPU?
Die Kosten der offiziellen verkehrspsychologischen Untersuchung sind in der Führerscheingesetz-Gesundheitsverordnung geregelt.
§ 23 FSG-GV nennt derzeit für eine volle verkehrspsychologische Untersuchung 480 Euro exklusive Umsatzsteuer. Bei 20 Prozent Umsatzsteuer entspricht das 576 Euro brutto.
Davon zu unterscheiden sind Kosten für eine private Vorbereitung, fachärztliche Untersuchungen, Laboruntersuchungen, amtsärztliche Gebühren oder andere angeordnete Maßnahmen.
Was passiert bei einem negativen Ergebnis?
Ein negatives Ergebnis sollte nicht mit einem einfachen „noch einmal probieren“ verwechselt werden.
Nach § 18 FSG-GV darf eine weitere verkehrspsychologische Untersuchung derselben Person innerhalb von zwölf Monaten nach der erstmaligen Untersuchung nur auf ausdrückliche Anordnung der Behörde durchgeführt werden.
Das bedeutet nicht automatisch eine zwölfmonatige Sperre. Es bedeutet jedoch, dass ein weiterer Antritt innerhalb dieses Zeitraums nicht einfach eigenständig gebucht werden kann, sondern eine entsprechende behördliche Anordnung erforderlich ist.
Gerade deshalb ist es sinnvoll, vor dem ersten beziehungsweise nächsten angeordneten Antritt genau zu verstehen, welche Unterlagen, Nachweise und Untersuchungsteile im eigenen Verfahren relevant sind.
Was sollte man vor dem Termin klären?
- Was verlangt der aktuelle Bescheid konkret?
- Welche fachärztlichen Stellungnahmen werden benötigt?
- Sind Labor- oder Abstinenznachweise vorgeschrieben?
- Welche Fristen sind einzuhalten?
- Welche Unterlagen müssen zur Untersuchung mitgebracht werden?
- Bei welcher ermächtigten Untersuchungsstelle wird die VPU durchgeführt?
Bei Unklarheiten über die rechtliche Bedeutung eines Bescheids sollte fachkundige Rechtsberatung eingeholt werden. Eine VPU-Vorbereitung ersetzt keine Rechtsberatung.
Wie hängt die VPU mit unserem Führerschein-Cluster zusammen?
FAQ zur VPU wegen Cannabis
Wer ohne abhängig zu sein in einem durch Suchtmittel beeinträchtigten Zustand ein Kraftfahrzeug gelenkt hat, muss nach § 14 Abs. 3 FSG-GV seine Fahreignung durch eine verkehrspsychologische und fachärztliche Stellungnahme nachweisen.
Nein. Neben der kraftfahrspezifischen Leistungsfähigkeit wird auch die Bereitschaft zur Verkehrsanpassung geprüft. Dazu gehört ausdrücklich ein ausführliches Explorationsgespräch.
Die FSG-GV nennt insbesondere Beobachtung und Überblick, Reaktionsverhalten, Konzentration, Sensomotorik sowie Intelligenz und Erinnerungsvermögen.
Man kann sich auf Ablauf und Testformate vorbereiten und das Explorationsgespräch üben. Eine Vorbereitung kann jedoch weder die offizielle Untersuchung ersetzen noch eine positive Stellungnahme garantieren.
Die verkehrspsychologische Untersuchung darf nur von einer dafür ermächtigten verkehrspsychologischen Untersuchungsstelle durchgeführt werden. Die weitere führerscheinrechtliche Entscheidung trifft die zuständige Behörde.
Eine weitere verkehrspsychologische Untersuchung innerhalb von zwölf Monaten nach der erstmaligen Untersuchung darf nur auf ausdrückliche Anordnung der Behörde durchgeführt werden.
Fazit: Eine VPU prüft weit mehr als einen THC-Wert
Entscheidend sind sowohl kraftfahrspezifische Leistungsmerkmale als auch die Bereitschaft zur Verkehrsanpassung. Eine gute Vorbereitung kann den Ablauf und die Testformate verständlicher machen und helfen, den eigenen Anlassfall strukturiert aufzuarbeiten. Die offizielle verkehrspsychologische Untersuchung und Stellungnahme erfolgen durch eine ermächtigte Untersuchungsstelle; die weitere führerscheinrechtliche Entscheidung erfolgt im zuständigen behördlichen Verfahren.
Offizielle Grundlagen:
RIS: § 14 FSG-GV
RIS: § 18 FSG-GV
RIS: § 23 FSG-GV
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung, medizinische Beurteilung oder verkehrspsychologische Begutachtung.

