Cannoptikum
Bewässerung von Cannabispflanzen

Die Wichtigkeit der richtigen Bewässerung von Cannabispflanzen

Im Anbauprozess klingt das Gießen der Pflanzen oft wie die einfachste Aufgabe – genau hier passieren jedoch die meisten Fehler. Gerade Einsteiger im Cannabisanbau unterschätzen, wie entscheidend der richtige Zeitpunkt und die richtige Menge Wasser sind. Ähnlich wie ein stabiles Fundament beim Hausbau entscheidet eine ausgewogene Bewässerung darüber, ob sich Pflanzen gesund entwickeln oder dauerhaft unter Stress geraten.

Wasser ist nicht nur Feuchtigkeit, sondern ein Transportmedium für Nährstoffe. Es ermöglicht der Pflanze, Mineralien aus dem Substrat aufzunehmen und im gesamten Pflanzenkörper zu verteilen. Deshalb ist ein sauberer Nass- und Trockenzyklus bei der Bewässerung von Cannabispflanzen einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren – unabhängig davon, ob du indoor oder outdoor anbaust.

Sowohl Überwässerung als auch Unterbewässerung sind problematisch. Zu viel Wasser verdrängt Sauerstoff aus dem Wurzelbereich und fördert Krankheiten. Zu wenig Wasser unterbricht die Nährstoffaufnahme und bremst das Wachstum. Ziel ist immer ein stabiler Mittelweg.

Ein oft übersehener Punkt ist die Wasserqualität. Leitungswasser enthält je nach Region Chlor oder Kalk, was das Bodenmilieu langfristig beeinflussen kann. Viele erfahrene Gärtner lassen ihr Gießwasser 24 Stunden stehen oder nutzen gefiltertes Wasser, um die Mikrobiologie im Substrat zu schonen und die Wurzelgesundheit stabil zu halten.

Die richtige Methode zum Gießen von Cannabispflanzen

Bewährt hat sich das langsame, gleichmäßige Gießen, bei dem etwa 25–33 % des Topfvolumens als Wassermenge eingesetzt werden. Beginne in der Mitte des Topfes und arbeite dich langsam nach außen vor. So verteilt sich das Wasser gleichmäßig im Substrat und erreicht den gesamten Wurzelbereich.

  • Alle Nährstoffe im oberen Substratbereich werden gleichmäßig aktiviert.
  • Die Wurzeln werden angeregt, sich nach außen auszubreiten.

Wichtig ist, dass sich kein Wasser im Topf staut. Überschüssige Flüssigkeit muss ablaufen können. Eine Drainageschale unter dem Topf sorgt dafür, dass Staunässe vermieden wird und die Wurzeln ausreichend Sauerstoff erhalten.

Wann und wie oft sollte man Cannabis gießen?

Der richtige Zeitpunkt lässt sich nicht pauschal festlegen. Er hängt von Topfgröße, Substrat, Pflanzenalter, Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab. Statt festen Uhrzeiten sind Beobachtung und Gefühl entscheidend.

Methode 1: Finger-Test

Stecke einen Finger einige Zentimeter tief in die Erde. Fühlt sich das Substrat noch feucht an, ist kein Gießen nötig. Ist es trocken, kann gegossen werden.

Methode 2: Topfgewicht

Ein trockener Topf ist deutlich leichter als ein frisch gegossener. Mit etwas Erfahrung lässt sich der Wasserbedarf allein durch Anheben des Topfes zuverlässig einschätzen.

Beide Methoden sind einfach, aber nicht perfekt. Sie sollten immer gemeinsam mit dem Zustand der Pflanze betrachtet werden. Hängende Blätter, matte Farben oder verlangsamtes Wachstum liefern zusätzliche Hinweise.

Wichtige Grundlagen vor dem Start

Es gibt keine starre Formel für die ideale Bewässerung. Die Bedürfnisse der Pflanze verändern sich mit jeder Wachstumsphase. Diese Grundregeln helfen jedoch dauerhaft:

1. Gleichmäßiger Rhythmus: Entwickle einen stabilen Nass- und Trockenzyklus. Die Pflanze sollte weder dauerhaft nass stehen noch vollständig austrocknen. Mehr dazu im Beitrag Über- und Unterbewässerung erkennen.

2. pH-Wert beachten: Das Gießwasser sollte im passenden pH-Bereich liegen, damit Nährstoffe aufgenommen werden können.

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