Amnesia von World of Seeds
Amnesia von World of Seeds lebt nicht von Verdichtung oder dunkler Kush-Schwere, sondern von Zug, Verzweigung und einer deutlich helleren Linienstruktur. Die Sorte trägt eine sativadominierte Genetik, bleibt dabei aber nicht roh oder unkontrolliert, sondern verbindet Wuchsenergie mit einer überraschend tragfähigen Blütenleistung.
Die genetische Basis setzt sich aus einer Thai-Mutter, Skunk sowie weiterer Selektion mit Cinderella 99 und Jack Herer zusammen. Genau daraus entsteht dieser typische Aufbau: mehr Länge, mehr Bewegung, mehr Offenheit als bei den kompakten Indica-Linien der Bank, aber trotzdem genug Substanz, um dichte und harzige Blüten sauber auszubilden.
Im Grow sollte die Sorte früh über Raum und Struktur gelesen werden. Sie baut keine gedrungene Form, sondern entwickelt einen lebendigeren Pflanzenkörper, der nach oben und zur Seite arbeiten kann. Wer sie sauber führen will, plant die Wuchsenergie von Anfang an mit ein, statt sie erst spät bremsen zu wollen. So bleibt die Linie in ihrer Form schlüssiger und verliert nicht ihren eigentlichen Charakter.
Auch aromatisch geht Amnesia klar in eine andere Richtung als die schweren Afghan- oder Pakistan-Sorten von World of Seeds. Hier passt eher eine helle, markante und eigenwillige Duftspur, die sich nicht auf Holz, Hasch oder erdige Tiefe zurückzieht. Gerade diese offenere, schärfer gezeichnete Richtung macht die Sorte innerhalb des Sortiments gut erkennbar.
Amnesia ist damit eine feminisierte Linie mit sativadominierter Architektur, hoher Produktionskraft und klarer Eigenform. Der Reiz liegt weniger in Kompaktheit als in Bewegung, Verzweigung und einer Blütenleistung, die trotz der offenen Bauweise erstaunlich druckvoll ausfällt.